Kältewelle im Anmarsch

So starten Sie gut vorbereitet und sicher in den Winter
Wenn aus trüben Tagen ein echtes Winterwunderland wird, freuen sich viele über die weiße Pracht. Doch für Hausbesitzer bedeutet der Wintereinbruch vor allem eines: Verantwortung. Damit Sie die kalte Jahreszeit ohne böse Überraschungen wie Rohrbruche oder Dachschäden genießen können, ist eine gute Vorbereitung das A und O.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihr Haus winterfest machen, Leitungen vor Frost schützen und was im Notfall zu tun ist.
1. Sicherheit rund ums Haus: Ihre Winterpflichten
Als Eigentümer sind Sie dafür verantwortlich, dass Wege auf Ihrem Grundstück zwischen 7:00 und 20:00 Uhr gefahrlos begehbar sind.
- Räumen und Streuen: Sichern Sie die regelmäßige Räumung der Wege. Falls Sie dies nicht selbst leisten können, sollten Sie frühzeitig einen Räumdienst beauftragen oder Absprachen mit den Nachbarn treffen.
- Das richtige Streugut: Halten Sie ausreichend Material bereit. Achtung: Streusalz ist in vielen Kommunen verboten! Greifen Sie stattdessen zu umweltfreundlichen Alternativen wie Sand oder Granulat.
- Gefahr von oben: Bei Tauwetter drohen Dachlawinen. Halten Sie Warnschilder bereit und prüfen Sie, ob Ihr Dach mit Schneefanggittern oder Eishaltern ausreichend gesichert ist.
2. Das Dach: Schutz vor Schneelasten und Eis
Ein schneebedecktes Dach sieht schön aus, kann aber gefährlich schwer werden.
- Dachrinne reinigen: Entfernen Sie Laub und Schmutz aus der Rinne. Eine verstopfte Rinne führt bei Frost zur Bildung gefährlicher Eiszapfen.
- Schneelast kontrollieren: Bei extrem starkem Schneefall kann eine Räumung des Daches notwendig sein. Gehen Sie hierbei kein Risiko ein und beauftragen Sie im Zweifel einen Fachbetrieb wie einen Dachdecker.
3. Wasserleitungen und Heizung: Frostschäden effektiv verhindern
Gerade bei Kältewellen werden Wasserleitungen, Anschlüsse und Wasserzähler massiv belastet. Ein eingefrorenes Rohr kann platzen und beim Auftauen schwere Wasserschäden verursachen.
Vorsorgemaßnahmen im Haus:
- Richtig heizen: Lassen Sie die Heizung auch bei Abwesenheit oder in unbewohnten Räumen auf niedriger Stufe laufen, damit das Wasser im Kreislauf zirkuliert.
- Fenster schließen: Vermeiden Sie dauerhaft gekippte Fenster in unbeheizten Kellern oder Dachböden. Nutzen Sie stattdessen kurzes Stoßlüften.
- Leitungen entleeren: Wasserführende Leitungen in ungeheizten Bereichen oder im Außenbereich (z. B. Gartenanschlüsse) sollten vor dem ersten Frost vollständig entleert und abgesperrt werden.
- Dämmen: Bauwasseranschlüsse oder ungeschützte Armaturen bei Sanierungen sollten mit Isoliermaterial oder Textilien umwickelt werden.
4. Hilfe, die Leitung ist eingefroren! Was nun?
Sollte trotz aller Vorsicht eine Leitung einfrieren, ist besonnenes Handeln gefragt:
- Wasserzufuhr abstellen: Bevor Sie mit dem Auftauen beginnen, drehen Sie den Haupthahn zu. So verhindern Sie, dass bei einem unentdeckten Riss in der Leitung sofort Wasser austritt.
- Behutsam auftauen: Nutzen Sie niemals eine offene Flamme wie eine Lötlampe! Dies kann Brände verursachen oder die Rohre zerstören. Verwenden Sie stattdessen heiße Tücher, einen Föhn oder spezielle Auftaugeräte.
- Fachmann rufen: Wenn Sie die Leitung nicht selbst auftauen können oder bereits Lecks vermuten, kontaktieren Sie sofort einen Sanitär-Fachbetrieb.
5. Den Ernstfall absichern: Der richtige Versicherungsschutz
Ein Wasserschaden durch Frost kann teuer werden. Prüfen Sie rechtzeitig, ob Ihr Versicherungsschutz aktuell ist.
- Wohngebäudeversicherung: Deckt im Regelfall Durchnässungsschäden am Gebäude ab, sofern das Risiko "Leitungswasser" eingeschlossen ist.
- Hausratversicherung: Kommt für Schäden an Möbeln und beweglichen Gegenständen auf.
- Wichtig: Der volle Schutz besteht oft nur, wenn Sie Ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind und das Frostmanagement (z. B. Heizen bei Abwesenheit) nicht vernachlässigt haben.
Zusatz-Tipp für Sanierer: Die kalte Jahreszeit ist übrigens ideal für Thermografie-Bilder. Bei Frost zeigen diese Aufnahmen besonders deutlich, wo Ihr Haus Wärme verliert und wo sich eine energetische Sanierung am meisten lohnt.
Starten Sie sicher in den Winter – Ihr Haus wird es Ihnen danken!

